orange wines – Immer eine Frage des Stils?

Die Zeiten des wilden Experimentierens scheinen bei den Orange Wine Produzenten wohl vorbei zu sein und jeder hat offenbar in den letzten drei Jahren seinen Stil gefunden, so dass man fast schon eine Art Einteilung nach Stilrichtungen vornehmen kann.

 

Classic Style

Hierzu möchte ich all die Weine einordnen, die ca. 30 Tage und mehr auf ihren Schalen verbracht haben. Die Weine haben eine tieforange Farbe sind äußerst Gerbstoff betont und werden entweder ohne Schwefel oder mit geringem Schwefelzusatz gekeltert. Die alkoholische Fermentation findet in offenen Gärbottichen von ca. 4000 - 7000 Litern statt. Einige Winzer setzen auch Tonamphoren ein, hier und da kehren aber einige wieder zurück zu den großen Eichenfudern. Die Weine haben ein ähnliches Alterungspotential wie Rotweine. Terroir und Rebsortentypizität sind selbst für Weinenthusiasten oft nur schwer erkennbar. Kenner der Szene schätzen diesen ursprünglichen naturnahen Stil sehr und verbinden mit damit die eigentlichen orange wines. Typische Vertreter sind seit Mitte der 90er Jahre Stanko Radikon, Gravner, Vodopivec, Mlecnik, Cotar und Princic u. a.. Typische Rebsorten:  Mavasija, Ribolla Gialla, Vitovska, Sauvignon, Pinot Grigio und in div. Cuvée´s auch Chardonnay.

 

Fresh Style

In diesen Bereich ordne ich Weine ein, die zwischen 5 und 15 Tagen auf ihren Schalen verbracht haben. Der  zugesetzte Schwefelanteil ist etwas höher, die innere Stabilisation ist nicht nur von den hohen Gerbstoffanteilen abhängig. Die Fruchtsäure tritt etwas stärker hervor und auch die Farbe ist nicht mehr tieforange. Diese Weine wirken geschliffener, weicher und sind auch in jüngeren Jahrgängen zugänglicher und leichter zu verstehen. Bekannteste Vertreter sind Sascha Radikon, Roxanich, Clai, Sumenjak, Zidarich u.a..

 

Cuvee Style

Hier werden maischevergorene Anteile mit konventionell gekelterten Weinen verschnitten. Diese Art der Weinbereitung wird immer beliebter - auch unter deutschen Winzern. Die Weine erhalten durch dieses gewollte verschneiden mehr Struktur. Terroir und Rebsortentypizität treten hier am stärksten hervor. Weine, deren Alkoholgehalt in den letzten Jahren durch veränderte klimatische Bedingungen immer mehr stiegen, wie z.B. Sylvaner, gewinnen durch dieses Verfahren nun an Struktur. Entscheidend bei all´ diesen Stilen ist aber, dass Teile des Weines der offenen alkoholischen Fermentation auf den Schalen unterzogen wurden. Spontangärung und unfiltriertes Abfüllen sind jedoch auch bei diesem Stil obligatorisch. Bekanntester Vertreter: La Castellada u.a.

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